Helmtest

Reaktion auf Normänderung

 

Durch die Einführung der EN 443, welche für alle europäischen Länder bindend ist, findet in Deutschland zur Zeit ein Umdenken in Sachen Kopfschutz für Feuerwehrleute statt. Der in Deutschland sehr verbreitete Aluhelm erfüllt die neue EN 443, aufgrund des fehlenden Schutzes gegen elektrischen Durchschlag, nicht mehr und darf somit nicht mehr beschafft werden. Bei Neubeschaffungen ist nun sehr genau zu prüfen welcher Helm gekauft wird, da es bei den neuen Helmen zum Teil extreme Unterschiede im Preis wie auch in der Leistung gibt.

Für den Test standen Helme verschiedener Hersteller in unterschiedlicher Anzahl zur Verfügung. Im Einzelnen: 1 x Dräger HPS 4100, 3 x Bullard FXE, 4 x Schuberth F110. Die Helme entsprechen alle der für Deutschland verpflichtenden EN 443. Die drei Helme der Firma Bullard zusätzlich der amerikanischen NFPA.

Die Helme wurden in der Feuerwehr Achmer im Übungs- wie auch im Einsatzdienst getragen. Die Helme, die den Test „überlebten“ werden auch weiterhin eingesetzt, bis sie alters- oder verschleißbedingt ausgesondert werden müssen. Jeder FA (SB), der einen der Helme trug, bekam einen Fragebogen ausgehändigt um später ein möglichst objektives Ergebnis zu erzielen.



Kurzbeschreibung der Testhelme

Schuberth F110

Dräger HPS 4100

Bullard FXE

Der Schuberth F110 hat gegenüber den alten DIN-Helmen aus Aluminium leider keine Veränderungen erfahren (bis auf das Material der Außenschale) und konnte deswegen leider nicht überzeugen.

Zusätzlich zu den bekannten Problemen, wie schlechter Tragekomfort (Druckstellen, etc.), schlechte Bedienbarkeit des Kinnriemens, umständliche Einstellung der Kopfweite (ein schnelles verstellen bei Einsatz von Atemanschluß und Flammschutzhaube ist nicht möglich) traten am Kinnriemen nach sehr kurzer Zeit Verschleißerscheinungen auf (Leder franzte aus)

Bedingt durch seine gepolsterte Kopfspinne und der besseren Verstellmöglichkeiten ist der Tragekomfort um einiges besser als beim F110. Jedoch ist zu bemängeln, dass die Anpassung auf die eigene Kopfform umständlich ist. Eine Schnellverstellung der Kopfweite ist ebenso nicht möglich.

Der Dräger HPS 4100 ist mittlerweile nicht mehr im Dienst, da er nach relativ kurzer Zeit aufgrund eines etwa 5cm langen Risses in der Helmschale (nach Sturz aus etwa einem Meter Höhe) ausgemustert werden musste.


Die europäische Ausführung des bewährten amerikanischen Modells machte den besten Gesamteindruck.

Der auch mit Handschuhen leicht zu bedienende Kinnriemen konnte ebenso punkten wie die Schnellverstellung der Kopfweite, von außen mittels Handrad.

Auch bei Passform und Tragekomfort schnitt der FXE am besten ab. Lediglich das Gewicht verleiht dem Bullard einen Minuspunkt gegenüber den Konkurrenten.

Aufgrund seiner, für deutsche Verhältnisse, ungewöhnlichen Optik und Farbe sorgte der Helm für reichlich Verwirrung und Verunsicherung. Da die Optik der Schutzbekleidung immer Geschmackssache ist und für die Entscheidungsfindung somit nur eine untergeordnete Rolle spielt, haben wir diesen Punkt nicht berücksichtigt.

Auch in mehreren Tests verschiedener Prüflabore erreichte der Bullard FXE sehr gute Ergebnisse, weshalb auch das Gesamturteil zu Gunsten des FXE ausfällt.



Vier der Testhelme sowie ganz links der alte Aluhelm im Überblick. Auf dem Bild nicht zu sehen ist der Schuberth F110.



www.feuerwehr-achmer.de