Um Fünf vor Zwölf heulten die Sirenen
„Feuer in einer Halle auf dem Gelände der Fa. Kohl Recycling in Achmer“. Diese Meldung tönte am Samstag kurz vor zwölf aus den Funkmeldeempfängern der Feuerwehrleute in Achmer und Pente. Zusätzlich heulten in beiden Ortsteilen die Sirenen da nicht alle aktiven Feuerwehrleute in den Ortsteilen über solche „Empfänger“ verfügen. Unterstützung erhielten die Achmeraner und Penter Feuerwehrleute anläßlich ihrer Herbstübung von einigen Bramscher Brandschützern, die mit der Drehleiter und weiteren Fahrzeugen in Achmer anrückten.
Als Ausgangslage hatten die beiden Organisatoren, Sven Santoriello und Jens Schwegmann von der Feuerwehr Achmer, einen Entstehungsbrand in einer Halle, ausgelöst durch einen LKW, angenommen. In dieser Halle werden Altpapier und Folien sortiert und anschließend zu großen Paketen gepreßt. Zunächst wurden in der Halle nur zwei Personen vermisst.
Innerhalb
von nur wenigen Minuten traf bereits das erste Fahrzeug aus Achmer
ein. Minuten später waren an der Einsatzstelle dann rund 50
Feuerwehrleute mit neun Fahrzeugen vor Ort. Für die
Feuerwehrleute galt es so schnell wie möglich eine
Wasserentnahmestelle am Kanal aufzubauen und über eine lange
Wegstrecke zu den hinter der Halle positionierten Fahrzeugen zu
fördern. Zwei Trupps rüsteten sich sofort mit
Umluftunabhängigen Atemschutz aus und begannen mit der
Personensuche in der Halle. Weitere Trupps mußten neben der
Halle gelagerte Gasflaschen kühlen. Nach einer (fiktiven)
Zählung der Betriebsangehörigen durch Geschäftsführer
Stefan Kohl galt jedoch noch eine dritte Person als vermisst. Sofort
wurden weitere Trupps in das völlig verrauchte Gebäude zur
Personensuche geschickt. Als besonders aufwendig erwies sich die
Rettung des dritten Opfers. Es lag in rund 4 Meter Höhe auf
einem Podest und mußte von den Feuerwehrleuten über ein
Förderband herab transportiert werden.
Die Beobachter Heinrich Jürgens, Bramsches Stellvertretender Stadtbrandmeister Christoff Sube und Abschnittsleiter Ralf auf dem Felde zeigten sich mit dem Ablauf der Übung recht zufrieden denn Übungen sei schließlich dafür da um Fehler zu finden. Sie bedankten sich bei der anschließenden Nachbesprechung auch bei dem Geschäftsführer der Firma Kohl Recycling, Stefan Kohl und dem Betriebsleiter Christoph Strotmann für die Bereitstellung des Geländes sowie den „vermissten Personen“ aus Hesepe. Stefan Kohl wiederum bot den Anwesenden an eine solche Übung vielleicht in einem halben Jahr zu wiederholen. Auch seine Firma und die Mitarbeiter profitieren von solchen Übungen. So soll in Zukunft für die Feuerwehr Achmer im Einsatzfall ein besserer Zugang zum Gelände geschaffen werden. Die bekämen im Notfall zwar das Tor auf aber die freilaufenden Hunde erweisen sich doch als Problem. Als erstes positives Ergebnis wurde am selben Tag noch ein Termin zu einer Betriebsbegehung im November vereinbart. Denn neben Papier und Folien beschäftigt sich die Firma Kohl auch mit dem Recycling von Altfahrzeugen und Metallen. So würden zum Beispiel in einer angrenzenden Halle Benzin und Diesel gelagert, auf dem Freigelände finden sich Altholz und geschredderte Altreifen. Auch Gasflaschen und Aluminiumspäne seinen auf dem Gelände zu finden.
Text u. Fotos: Henning Stricker